07.02.2012 | A A A
Die Vorgeschichte von Wimpassing an der Leitha liegt im dunkeln. Fest steht, dass die Straße, die durch Wimpassing führt, eine alte Römerstraße ist, die von Rom kommend eine wichtige militärische Verbindung darstellte über Sabaria (Steinamanger) und Scarnatia (Ödenburg) zu den Lagern nach Baden und nach Wien. Da die Straße bei Wimpassing über die Leitha führte und solche Furten meist auch befestigt oder bewacht waren, nimmt man an, dass schon in der Römerzeit Wimpassing bewohnt war.

433 n. Chr. mussten die Römer den Hunnen die ganze Provinz Pannonien abtreten und nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila erhoben sich die germanischen Stämme gegen die Hunnen, nämlich die Gepiden, Goten und Rugier und besiegten diese im Jahr 455. Diese Schlacht soll am Fluß Nadao gewesen sein, der heute als Leitha bezeichnet wird.

Dann folgten Ostgoten, Langobarden, Slaven und schließlich die Awaren.

In der Zeit des endenden 9. Jhdts. drangen die Magyaren vor. Unter Arpad vereinigten sich die ungarischen Stämme und bildeten ein Reich. Erst als sie 955 auf dem Lechfeld besiegt wurden, zogen sie sich in das Gebiet hinter dem Neusiedlersee zurück.

Von da an wurde die Christianisierung sehr stark betrieben. Von Passau kamen viele Missionare unter Bischof Pilgrim. Die alte Friedhofskirche zwischen Wimpassing und Leithaprodersdorf soll aus dieser Zeit stammen.

991 kämpfte Bayernherzog Heinrich II. wieder gegen die Ungarn, besiegte sie und legte die Grenze zwischen Bayern und Ungarn an die Leitha. So bekam Wimpassing wohl zum ersten Mal eine Bedeutung als Grenzsitz.

In den späteren Grenzkämpfen zwischen deutschen Kaisern und ungarischen Königen traten die Petschenegen als neuer Volksstamm auf. Sie wurden von den Ungarn als Grenzwächter verwendet. Als Grenzsitz (Szek) und als Übergang über die Leitha (Czeke) bekam somit Wimpassing eine Bezeichnung und auch Bedeutung. Czeke wird Wimpassing auch in den ersten ungarischen Urkunden genannt, wie sie von 1376, 1377 und 1457 vorliegen.

Der Name Wimpassing soll allerdings aus einer früheren Zeit, aus dem 11. Jhdt. stammen und von Windboss oder Windbruch hergeleitet werden.


Im 14. Jhdt. wird erstmals eine Kirche in Wimpassing erwähnt. In den Annalen wird im Jahre 1590 berichtet, dass hier eine alte Kirche zugleich auch eine Wallfahrtskirche war. Diese Wallfahrtskirche ist zurückzuführen auf die Bründlkapelle, die heute noch am selben Platz am Fuß des alten Kirchbergs steht, wenn auch nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Besonders bei Marienfesten war der Andrang zum Wallfahrtsort Wimpassing groß.

Das heutige Klostergebäude wurde von 1587 bis 1600 zugebaut. Maßgeblichen Anteil daran hatten die Herren Freiherr Leonhard Püchler aus dem Schwabenland und Rupert Freiherr von Stotzingen.


1683 zogen die Türken, nach 1529 nunmehr zum zweiten Mal, und die Tartaren zur Belagerung Wiens auch durch Wimpassing. Ortschaft und Kloster wurden geplündert und vieles wurde zerstört, unter anderem auch die Kirche.

Als nächstes großes Unheil wütete 1679 die Pest. Bei der 1709 wiederkehrenden Seuche starb fast ein Viertel der Ortsbewohner.


Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vimpac verwendet werden.


Wimpassing a.d. Leitha gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.